Wartung am Brunnen durchführen.
Die regelmäßige Wartung eines Brunnens ist entscheidend, um die Wassermenge und Wasserqualität zu gewährleisten, die Pumpe zu schonen und die Lebensdauer der Wassergewinnungsanlage zu verlängern. Eine gründliche Durchsicht und Überprüfung sollte mindestens einmal im Jahr durchgeführt. Bei Beregnungsbrunnen ist die Wartung vorzugsweise im Frühjahr vor der Inbetriebnahme durchzuführen.
Hier ist eine Anleitung zur Wartung eines Brunnens:
1. Vorbereitung und Sicherheit
- Strom abschalten:
Vor Arbeiten an der Pumpe unbedingt den Strom trennen. - Sicherheit:
Arbeiten im Brunnenschacht sind wegen möglicher Faulgase gefährlich und sollten nicht allein durchgeführt werden. Ausreichende Belüftung mit einem saugenden Gebläse installieren, um Gase wie Kohlendioxid, Schwefelwasserstoff und ggf. Methan aus dem Schachtsumpf absaugen und Sauerstoff reiche Frischluft zuführen.
Bei tiefen Schächten Abseilgerät mit Rettungshub verwenden und Sicherungsposten bereitstellen. - Wasserzulauf schließen:
Abschiebern der Wasserleitung - Schachtboden reinigen:
Auspumpen von Standwasser und Schlamm vom Schachtboden, Unrat entfernen.
2. Reinigung des Brunnens
- Entleeren:
Den Brunnenboden vollständig aussaugen, um Schlamm am Boden zu entfernen, mit Schmutzwasserpumpe oder Mammutpumpe (Lufthebeverfahren). - Reinigung:
Die Brunnenrohre mit Voll- und Filterrohr innen bis zum Boden mit einer Rundbürste vorreinigen bei gleichzeitigem Abpumpen. - Regenerierung:
Die Reaktivierung der Förderleistung des Brunnen wird durch hydromechanische und oder chemische Verfahren durchgeführt.
Bei der Hochdruckinnenspülung wir mit rotierenden Düsen Hochdruckwasser das Brunnenrohr von innen abgestrahlt und das Spülwasser gleichzeitig abgepumpt.
Bei der Intensiventnahme wird mit einer abgepackerten Pumpe oder Kolbenkammer die Filterstrecke abschnittsweise intensiv bepumpt um die Kiesschüttung zu Reinigen. Es muss dabei die Grenzgeschwindigkeit überschritten werden, um die Schleppkräfte des Wasser zu aktivieren. Dabei werden dann alle mobilisierbaren Partikel aus der Kiesschüttung entfernt.
Bei der chemischen Regenerierung werden stark inkustierte Bereich der Filterstrecken mit Säuren gereinigt, wenn die Reinigung mit Bürsten und hydromechanische Regenerierung nicht ausreicht. - Wurzeleinwuchs entfernen:
Eingewachsene Wurzeln können nur mechanisch mit einer Wurzelfräse entfernt werden. Noch junge, dünne Wurzeln können auch mit einer Bürste oder Rotationsdüse beseitigt werden. - Schlamm entfernen:
Den Schlamm aus dem Brunnenboden durch Absaugung mit Mammutpumpe entfernen.
3. Wartung der Brunnenpumpe
- Ausbau:
Die Pumpe aus dem Brunnen nehmen. Dabei immer das Motorkabel stramm halten, hier droht die Verklemmung des Kabels zwischen Pumpe und Brunnenrohr. - Reinigung von außen:
Die Pumpe reinigen, insbesondere das Filtergitter. - Reinigen von innen:
Die Pumpenhydraulik zerlegen und alle Teile sorgfältig reinigen und auf Verschleiß prüfen. Verschlissene Teile wie Lager, Dichtungen oder Gehäuseteile und Schaufelräder müssen getauscht werden, damit sich die gesamte Hydraulik wieder leicht drehen lässt. - Überprüfung:
Rückschlagventile und Rohrverbindungen prüfen und gegebenenfalls austauschen. - Motor Prüfen:
Messung des Widerstands der Wicklung sowie den Schleißenwiederstand prüfen. Bei 10 % Unterschied in den Wicklungswiderständen ist ein beginnender Wicklungsschaden erkennbar. Der Motor sollte dann getauscht werden. - Pumpen unterhalb der Filterstrecke:
Pumpen welche unterhalb der Filterstrecke eingebaut werden müssen mit einem Kühlmantel versehen werden damit der Motor im Betrieb ausreichend gekühlt wird.
4. Spülen und Inbetriebnahme
- Klarpumpen:
Nach der Reinigung den Brunnen solange auspumpen, bis klares Wasser nachfließt. - Desinfektion (bei Bedarf):
Falls das Wasser bakteriell belastet ist (nach Analyse), ist eine Desinfektion notwendig. - Leitungsnetz spülen:
Das Wasser mindestens 15 Minuten rinnen lassen, um das Leitungssystem zu reinigen.
5. Wartungs-Tipps
- Schutz:
Ein dichter Brunnendeckel und Brunnenkopf verhindert das Eindringen von Schmutzwasser. - Wasserpflege:
Bei stark kalkhaltigem Wasser kann ein Pflegemittel (z.B. Calcinex) beigemischt werden, um Kalkausfällungen zu verhindern. - Wasseraufbereitung:
Wasserkessel und Wasserfilter müssen auch prüft und gereinigt werden. - Fachpersonal:
Bei tiefen Brunnen oder starker Verschlammung empfiehlt es sich, einen qualifizierten Fachbetrieb zu beauftragen.
Hinweis: Wenn das Brunnenwasser als Trinkwasser genutzt wird, ist eine jährliche Analyse auf chemische und bakteriologische Parameter dem Gesundheitsamt vorzulegen.
