Die Regenerierung von Grundwassermessstellen (GWM, Pegel) dient der Wiederherstellung ihrer Funktionstüchtigkeit. Damit echte Grundwasserstände gemessen und unverfälschte Proben des Grundwassers entnommen werden können, müssen Alterungserscheinungen (Brunnenalterung) durch Entfernung von Ablagerungen und Verstopfungen im Filterbereich beseitigt werden.
Um die Grundwassermessstelle aktiv mit dem Aquitär zu verbinden, müssen mittels mechanischer Regenerierverfahren z.B. Aussaugung, Hochdruckspülung, Bürsten oder chemischer Verfahren, die Ablagerungen und Inkrustationen aus dem Messstellenausbau entfernt und die Filterschlitze sowie der Filterkies gereinigt werden um den Wasserdurchfluss zu verbessern und damit die geforderte Messgenauigkeit zu gewährleisten.
Häufig verwendete Techniken sind Aussaugen oder Ausblasen, Hochdruckinnenspülung, Intensiventsandung. Bei vererzten Verockerungen können chemische Regeneriermethoden zum Einsatz kommen.
Bei Schäden am Ausbaurohr wie z.B. Risse, Löcher, Rohrbrüche oder Rohrversatz, kann das Einsetzen spezieller Manschetten aus Edelstahl oder Glasfaser erfolgen, um die Funktionstüchtigkeit wiederherzustellen.
Mechanische Regenerierung
- Hochdruckreinigung:
Mit speziellen Düsen und Bürsten werden die Innenwände der Messrohre gereinigt, oft mit im Kreislauf gefiltertem Wasser. - Intensiventsandung:
Entfernung von feinen Sedimenten aus dem Filterkies, um die Durchlässigkeit zu erhöhen. - Kolben/Bürsten:
Einsatz von mechanischen Werkzeugen zur Lockerung festsitzender Ablagerungen. - Reparaturmanschetten:
Bei defekten Rohren werden Manschetten von innen gegen die Rohrwand gepresst, um eine Abdichtung zu schaffen und den Wasseraustritt zu kontrollieren.
Bei VA Edelstahl Manschetten werden Edelstahlbänder mit einem Versetzpacker im Rohr aufgeweitet und Verspannt. Die Abdichtung erfolgt über eine dahinterliegen Gummi oder Silikondichtung. Der Versetzpacker wird danach ausgebaut.
Ab DN 100 können Edelstahlmanschetten eingebaut werden.
VA Edelstahlmanschetten konnen theoretisch in jeder Teufe gesetzt werden.
Bei GFK Glasfasermanschetten werden mit Harz getränkte GFK-Matten mit einem Setzpacker auf die Schadstelle gedrückt und ausgehärtet. Der Setzpacker wird danach ausgebaut.
Ab DN 50 können GFK-Manschetten eingebaut werden.
Bei GFK-Manschetten ist zu beachten das der Aushärteprozess viele Stunden dauert, die Topfzeit der Harze für unter Wasser Anwendung sehr begrenzt ist (15-20 Minuten), welches die Einsatztiefe beschrenkt und eine Trinkwasserverträglichkeit der flüssigen Harze nur schwer zu erhalten ist.
Chemische Regenerierung (seltener)
- Lösung von Ablagerungen (z.B. Eisenoxid) durch spezielle chemische Mittel, gefolgt von intensivem Abpumpen.
Sanierung von Kontaminationen im Grundwasser durch GWM
- Alternative: Injektion von reaktiven Partikeln zur Schadstoffeliminierung (z.B. bei kontaminierten Grundwasserleitern).
Vorgehensweise:
- Standorterkundung: Analyse des Problems (Verstopfungstyp, Rohrmaterial) und Festlegung der notwendigen Maßnahmen.
- Vorbereitung: Entfernung des Brunnenkopfes und Sicherung der Messstelle, oft mit einer Pumpe.
- Reinigung: Anwendung der gewählten mechanischen oder chemischen Methode.
- Kontrolle: Überwachung des Fortschritts durch Abpumpen und Messung der Feststoffkonzentration.
- Nachbereitung: Abpumpen bis das Wasser klar ist, Entfernung der Arbeitslösung und Wiederaufbau der Messstelle.
Die Regenerierung ist oft wirtschaftlicher als ein kompletter Rückbau und Neubau, wenn die Messstelle noch technisch intakt ist, aber die Brunnenalterung durch Verlandung und Verstopfung weit fortgeschritten ist und der hydraulische Anschluß an den Grundwasserleiter nicht mehr gewährleistet ist.
Die BWK Brunnenwartung hilft Ihnen bei Problemen mit sanierungsbedüftigen Grundwassermessstellen weiter.
Natürlich auch bei der Zustandsüberprüfung, Beprobung sowie Wartung und Instandhaltung von GWM.
