Instandhaltung an Grundwassermessstellen

Instandhaltung an Grundwassermessstellen

Instandhaltung an GWM

Grundwassermessstellen von aktiven und inaktiven Messnetzen werden zur Sicherstellung der Gewinnung repräsentativer Grundwasserhöhen und Grundwassergütedaten regelmäßiger Überprüfungen bzw. Kontrollen unterzogen.
Alle Arbeiten werden dokumentiert und in einer Messstellenakte abgelegt, die für jede Messstelle geführt wird.
Sämtliche Stamm- und Bewegungsdaten von Grundwassermessstellen fließen in eine Datenbank zur Erfassung und Auswertung ein.
Aus der jährlichen Messstellenbefahrung leitet sich der individuelle Instandhaltungsbedarf an den Messstellen ab.

Das optische Aushängeschild einer Messstelle ist das obertägige Abschlussbauwerk. Diese ligen nicht nur in Waldgebieten oder Feldern, sondern auch im Bereich urbaner Flächen der Stadt oder in Industriegebieten. Diese Messstellen sind entweder als Überflurmessstellen oder als Unterflurmessstellen ausgebaut.

Infolge von internationalen Krisen wie Terroranschlägen und Kriegen stehen bei der Gestaltung der Abschlussbauwerke die Verkehrssicherheit und im Besondern der Schutz des Grundwassers im Vordergrund.

Um unbefugten Personen Zugangs- bzw. Zerstörungsmöglichkeiten zu verwehren, sollten alle Messstellen mit Abschlusskappen mit Sicherheitsverschlüssen. Schutzrohre und Schutzdreiecke (Anfahrschutz) werden sein. Im Rahmen von im Zuge der Instandhaltungsmaßnahmen sind fehlende oder defekte Installationen bei Bedarf zu erneuern.

Beispielhafte Instandhaltungsmaßnahmen an einer Grundwassermessstelle:

Bei Forst- oder Straßenarbeiten kam es  zu einer Beschädigung des Schutzrohres, das Messstellenrohr wurde dabei abgeknickt. Die Beprobung mit einer Unterwassermotorpumpe war nun nicht mehr möglich.
Mit folgenden Arbeitsschritten wurde die Messstelle wieder instand gesetzt:

  • Freilegung der Messstelle (Handschachtung
  • Demontage des alten Betonschutzrohres
  • Demontage der Messstellenkappe
  • Demontage der Messstellenrohre bis einen Meter unter Geländeoberkante (GOK)
  • Montage eines neuen Messstellenrohres
  • Montage einer neuen Abschlusskappe
  • Korrosionsschutz
  • Verfüllarbeiten und Setzen einer Schutzumrandung incl. Betonfundament
  • Funktionsprüfung mit Pumpversuch bzw. Leistungstest und
  • Entnahme einer Wasserprobe und Transport zum Labor
  • Aussaugen der Messstelle
  • Regenerieren der Grundwassermessstelle
  • TV Befahrung zur Kontrolle

Für die Funktionsüberprüfungen an Grundwassermessstellen werden standardisierte Protokolle verwendet. Durchgeführt wird im Regelfall ein einstündiger Pumpversuch, verbunden mit der Aufnahme der Leistungsdaten der Messstelle.

Die geförderte Wassermenge soll kontinuierlich mittels IDM (induktiver Durchflussmesser) erfasst wierden, um reproduzierbare spezifische Leistungsdaten der Messstelle zu gewinnen. Abnahmepumpversuche nach der Neuerstellung von Messstellen sollten immer vorgenommen werde.

Messstellen unterliegen, genau wie Brunnen, vielfältigen leistungsmindernden Vorgängen (Brunnenalterung), die in der Kiesschüttung auftreten. Das bedeutet, dass Leistungsrückgänge fortschreitende Ablagerungsprozesse oder auch Kolmationsvorgänge anzeigen. Aus der Ermittlung der Endteufe vor und nach dem Pumpversuch lassen sich Aussagen darüber ableiten, ob Prozesse der Versandung aktiv sind. Eine Beurteilung der Trübstoffe während des Abpumpprozesses lässt Rückschlüsse auf den Alterungsgrad der Messstelle zu. Die Messung des Wiederanstiegsverhaltens der Messstelle schließt die Funktionsprüfung ab. In die Bewertung des Wiederanstiegsverhaltens einer Messstelle ist die im Bereich des Messstellenfilters anstehende Geologie mit einzubeziehen.

Eine schnelle Methode zur Überprüfung des hydraulischen Anschlusses der Grundwassermessstelle ist der Auffüllversuch. Hierbei wird eine definierte Wassermenge in den Brunnen eingefüllt und gleichzeitig mit einem Datenlogger der Wasseranstieg und die Wasserabsenkung gemessen.

Nach oben scrollen