Wie wird ein Löschwasserbrunnen gewartet und Instand gesetzt?

Wie wird ein Löschwasserbrunnen gewartet und Instand gesetzt?

Wartung und Instandsetzung von Löschwasserbrunnen

Zusammenfassung: Löschwasserbrunnen nach [DIN 14220] müssen regelmäßig gewartet und geprüft werden, um im Brandfall die Löschwasserversorgung sicherzustellen. Die Wartung umfasst halbjährliche bis jährliche Funktionsprüfungen, Reinigung, Pumpenprüfung und Dokumentation. Die Zuständigkeit liegt in der Regel bei der Gemeinde als Träger des Brandschutzes.


Antwort

1. Grundlagen und Normenbasis

  • Löschwasserbrunnen sind unabhängige Wasserentnahmestellen, die Grundwasser für die Feuerwehr fördern
  • Maßgebliche Norm: [DIN 14220] – Löschwasserbrunnen, Anforderungen und Prüfung
  • Ergänzend: [DVGW W 405] – Bereitstellung von Löschwasser durch die öffentliche Trinkwasserversorgung
  • Zuständigkeit für Wartung: Gemeinde bzw. zuständiger Brandschutzträger
  • Empfohlener Wartungsturnus: mindestens 1× jährlich, besser halbjährlich

2. Regelmäßige Wartungsarbeiten (Routinewartung)

a) Sichtprüfung und Umgebung

  • Zugänglichkeit des Brunnens prüfen (Zufahrt für Feuerwehr frei?)
  • Hinweisschilder nach [DIN 4066] auf Sichtbarkeit und Lesbarkeit prüfen
  • Brunnendeckel / Schachtabdeckung auf Beschädigungen kontrollieren
  • Verschlussmechanismus (Dreikant / Überflur-Entnahmearmatur) auf Funktion prüfen
  • Umgebung von Bewuchs, Verschmutzung und Hindernissen freihalten

b) Mechanische Prüfung

  • Brunnendeckel öffnen und Schachtzustand prüfen
  • Standrohr einsetzen und Sitz prüfen (Dichtigkeit der Kupplung)
  • Entnahmearmatur auf Gängigkeit und Dichtheit prüfen
  • Gewindeverbindungen und Kupplungen (Storz-Kupplungen) auf Verschleiß kontrollieren
  • Rückschlagventil auf Funktion prüfen

c) Hydraulische Funktionsprüfung (Kernprüfung)

  • Förderleistung messen: Mindestens 800 l/min bei 1,5 bar (nach DIN 14220, abhängig von Brunnentyp)
  • Wasserstand (Ruhewasserspiegel) vor dem Pumpversuch messen
  • Probepumpen über mindestens 15–30Minuten durchführen
  • Absenkung des Wasserspiegels dokumentieren (maximale Absenkung beachten)
  • Wasserqualität visuell beurteilen (Trübung, Sandgehalt, Geruch)
  • Ergiebigkeit des Brunnens bewerten und mit Vorjahreswerten vergleichen

d) Elektrische/Technische Prüfung (bei Tiefbrunnenpumpen)

  • Stromaufnahme der Pumpe messen und mit Nennwert vergleichen
  • Kabelverbindungen und Schaltschrank prüfen
  • Motorschutzschalter und Sicherungen kontrollieren
  • Druckschalter und Steuerung auf Funktion testen

3. Erweiterte Instandhaltungsmaßnahmen

a) Brunnenregenerierung (bei nachlassender Leistung)

  • Ursachenermittlung: Verockerung, Versandung, Inkrustation oder biologische Ablagerungen
  • Mechanische Reinigung:
    • Hochdruckspülung der Filterstrecke
    • Bürsten/Kolben der Brunnenrohre
    • Entsandung des Brunnens
    • Absaugung des Brunnenbodens
  • Chemische Regenerierung:
    • Säurebehandlung bei Verockerung (z. B. mit Salzsäure oder Zitronensäure)
    • Achtung: Nur durch Fachfirma,Entsorgung des Spülwassers beachten (WHG-konform)
  • Pumpenaustausch bei dauerhaft reduzierter Förderleistung

b) Reparatur und Erneuerung von Bauteilen

BauteilTypische SchädenMaßnahme
BrunnendeckelKorrosion, BruchAustausch, Neubeschichtung
SteigleitungKorrosion, LeckageAustausch der Rohrstränge
FilterstreckeVerockerung, VersandungRegenerierung oder Neubau
PumpeVerschleiß, MotorschadenReparatur oder Austausch
Storz-KupplungVerschleiß, VerformungAustausch
RückschlagventilUndichtigkeitAustausch oder Überholung
SchachtkörperRisse, UndichtigkeitAbdichtung,ggf. Sanierung

c) Brunnenerneuerung (bei irreversibelem Leistungsverlust)

  • Hydrogeologisches Gutachten erstellen lassen
  • Neubohren des Brunnens (typische Kosten: €15.000–€40.000 je nach Tiefe)
  • Alten Brunnen fachgerecht rückbauen und verfüllen
  • Abnahmeprüfung nach [DIN 14220] durchführen

4. Dokumentation und Prüfprotokoll

Jede Wartung und Prüfung ist schriftlich zu dokumentieren:

  • Datum und Uhrzeit der Prüfung
  • Prüfperson (Name, Qualifikation)
  • Ruhewasserspiegel vor Pumpversuch (in m unter GOK)
  • Absenkung während Pumpversuch (in m)
  • Förderleistung (l/min) und Druck (bar)
  • Wasserqualität (Trübung, Sandgehalt, Farbe)
  • Zustand der Bauteile (Deckel, Armatur, Kupplung, Pumpe)
  • Festgestellte Mängel und durchgeführte Maßnahmen
  • Empfehlungen für nächste Wartung
  • Vergleich mit Vorjahreswerten (Trend erkennen)

5. Typischer Wartungszeitplan

IntervallMaßnahme
MonatlichSichtprüfung Zugänglichkeit, Beschilderung
HalbjährlichFunktionsprüfung mit Probepumpen
JährlichVollständige Wartung inkl. Leistungsmessung
Alle 5 JahreErweiterte Inspektion, ggf. Kamerabefahrung
Alle 10–15 JahreRegenerierung prüfen, Grundüberholung
Nach25–30 JahrenPrüfung auf Erneuerungsbedarf

Zitate

  • [DIN 14220] – Löschwasserbrunnen: Anforderungen, Prüfung, Kennzeichnung
  • [DVGW W 405] – Bereitstellung von Löschwasser
  • [DIN 4066] – Hinweisschilder für die Feuerwehr

Annahmen

  • Standard-Löschwasserbrunnen nach DIN 14220 (Saugbrunnen oder Brunnen mit Tiefpumpe)
  • Gemeinde oder Kommune ist zuständiger Brandschutzträger
  • Normale hydrogeologische Verhältnisse (kein aggressives Grundwasser)
  • Keine spezifische Landesgesetzgebung berücksichtigt (Brandschutzgesetze variieren nach Bundesland)
  • Brunnen ist bereits ordnungsgemäß errichtet und abgenommen

Nächste Schritte

  • Bestandsaufnahme: Alle vorhandenen Löschwasserbrunnen mit Standort, Alter und letzter Prüfung erfassen
  • Wartungsvertrag: Fachfirma für Brunnenbau/Brunnenwartung beauftragen (Zertifizierung nach DVGW W 120empfohlen)
  • Feuerwehr einbeziehen: Abstimmung mit örtlicher Feuerwehr zu Mindest-Förderleistungen und Standortanforderungen
  • Haushaltsmittel einplanen: Jährliche Wartung ca. €300–€800 pro Brunnen; Regenerierung ca. €3.000–€8.000
  • Zuständige Wasserbehörde kontaktieren: Wasserrechtliche Erlaubnis prüfen (insbesondere bei Regenerierung mit Chemikalien)
  • Prüfprotokolle der letzten Jahre sichten: Leistungstrend analysieren, um Regenerierungsbedarf frühzeitig zu erkennen.

Die BWK Brunnenwartung fürt alle notwendigen Maßnahmen zur Wartung, Prüfung und ggf. erforderlichen Instandsetzung von Löschwasserbrunnen durch.

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