Fehler bei der Brunnenregenerierung.
Fehler bei der Brunnenregenerierung können von ineffektiver Reinigung bis hin zur dauerhaften Zerstörung des Brunnens führen. Die häufigsten Ursachen für Misserfolge liegen in falsche dimensionierten und ausgebauten Brunnen, einer falschen Diagnose der Brunnenalterung, dem Einsatz ungeeigneter Regenerierverfahren oder mangelnder Nachsorge.
Hier sind die wichtigsten Fehlerquellen, unterteilt nach Kategorien:
1. Planungs- und Diagnosefehler
- Fehlende Analyse:
Nicht zu wissen, ob Verockerung (Eisen/Mangan), Versinterung (Kalk) oder Biofouling (Bakterien) vorliegt, führt zum Einsatz falscher Regenerierverfahren. - Falsche Pumpenauswahl:
Ein einfaches tiefer Hängen der Unterwasserpumpe oder der Einbau einer stärkeren Pumpe, ohne die Ursache (Brunnenalterung) zu beheben, führt zum Totalausfall. - Vernachlässigung der Voruntersuchung:
Die Nichtanwendung von TV-Befahrungen und ggf. geophysikalischer Verfahren, um den Zustand des Brunnens vor der Maßnahme sowie den Grad und die Art der Brunnenalterung festzustellen.
2. Fehler bei der chemischen Reinigung
- Neutralisation im Brunnen:
Ein häufiger, gravierender Fehler ist der Versuch, die Säure im Brunnen zu neutralisieren. Die gelösten Ablagerungen fallen dadurch oft wieder aus und verstopfen den Filter erneut. - Falsche Säurekonzentration/Einwirkzeit:
Zu schwache Säuren oder zu kurze Einwirkzeiten lösen die Verkrustungen nicht effektiv. Bei Säuren muss ein pH- Wert von 1 erreicht werden um die effektive Lösekraft der Säuren zu erreichen - Mangelnde Agitation (Bewegung):
Wenn die chemische Lösung nicht im Filterbereich bewegt wird, also ungespült wir mittels eines Kieswäschers reagieren sie nicht ausreichend mit den Ablagerungen. - Chemie in den Brunnen schütten:
Wenn die Regenerierchemikalien einfach nur in den Brunnen geschüttet werden und am nächsten Tag wieder Ausgepumpt werden, ist das keine Regenerierung. Dies führt nur zu einer oberflächlichen Reinigung des Brunnenrohres. Die Filterschüttung wird davon nicht erreicht
3. Fehler bei der mechanischen Reinigung
- Unzureichender Austrag:
Das Lockern von Schmutz durch Kolben oder Bürsten ohne sofortiges, gleichzeitiges und gründliches Abpumpen führt dazu, dass sich der Schmutz wieder absetzt. - Beschädigung des Ausbaus:
Zu hoher Druck beim Hochdruckstrahlen kann die Filterrohre oder die Kiesschüttung beschädigen. - Packer-Fehler: Wenn bei der Intensiventsandung mit Packerpumpe die Packer falsch gesetzt werden, wird der Schmutz nicht vollständig aus der Kiesschüttung entfernt.
- Falsche Kammerförderrate:
Bei der Intensiventsandung muss mindestens die 5-fache Fördermenge der Nennförderung des Brunnens angelegt werden, um die Schleppkräfte des Wassers zu aktivieren und so eine effektive Reinigung der nutzbaren Porenräume der Filterstrecke zu erreichen.
4. Nachsorge- und Betriebsfehler
- Zu frühes Einschalten:
Die Pumpe wird wieder in Betrieb genommen, bevor der Brunnen vollständig von Reinigungschemikalien und gelösten Stoffen frei gepumpt wurde. - Keine Erfolgskontrolle:
Nach der Regeneration wird keine TV-Befehlung durchgeführt und nicht gemessen durch einen Pumpversuch, ob sich die hydraulischen Daten (z. B. Wasserstand, Förderleistung) tatsächlich verbessert haben.
Wichtiger Hinweis: Viele Fehler bei der Brunnenregenerierung entstehen durch den Verzicht auf fachkundige Brunnenservice Firmen. Ein Blick in das DVGW-Merkblatt W 130 (Brunnenregenerierung) hilft, fachgerechte Verfahren zu identifizieren.
