Ein Brunnen verkeimt, wenn Bakterien, Viren oder andere Mikroorganismen in das Grundwasser oder direkt in den Brunnenschacht gelangen und sich dort aufgrund günstiger Bedingungen vermehren. Dies geschieht häufig durch bauliche Mängel, unzureichende Wartung oder externe Umwelteinflüsse.
Hier sind die Hauptgründe für die Verkeimung im Detail:
- Bauliche Mängel und mangelhafte Abdichtung:
Wenn die Abdichtung des Brunnens (der sogenannte Ringraum zwischen Brunnenrohr und Erdreich) defekt ist, kann verschmutztes Oberflächenwasser ungehindert in den Brunnen fließen. Auch ein undichter oder fehlender Brunnendeckel ermöglicht den Eintritt von Kleintieren, Insekten oder Schmutz. - Eintrag durch Oberflächenwasser (Regen/Hochwasser):
Bei starken Regenfällen oder Überschwemmungen können Keime (z. B. E. coli-Bakterien) aus dem Boden, Abwasserleitungen oder landwirtschaftlich genutzten Flächen in den Brunnen gespült werden. - Stagnationswasser (zu seltene Nutzung):
Wird der Brunnen selten genutzt, steht das Wasser zu lange in den Leitungen (Stagnation). Je länger das Wasser steht, desto höher ist die Gefahr einer Verkeimung. - Biofilmbildung:
An den Innenwänden des Brunnens und in den Rohren bilden sich Biofilme (Schleimschichten), die idealen Lebensraum für Keime wie Legionellen oder Pseudomonaden bieten. - Fehlende Wartung und Reinigung:
Ein Brunnen sollte regelmäßig fachmännisch gewartet werden. Ablagerungen (Verockerung) fördern das Wachstum von Bakterien. - Einflüsse aus der Umgebung:
Landwirtschaftliche Düngung, Tierhaltung oder undichte Abwasseranlagen in der Nähe können Keime in das Grundwasser einbringen.
Anzeichen für eine Verkeimung:
- Das Wasser ist trüb.
- Es riecht faulig (Schwefelwasserstoff/faule Eier).
- Der Geschmack ist verändert.
Um die Verkeimung zu verhindern, sind eine fachgerechte Abdichtung, regelmäßige Untersuchungen und eine häufige Nutzung des Wassers entscheidend.
