Brunnenregenerierung nach DVGW Arbeitsblatt W130
Brunnenregenerierung nach DVGW Arbeitsblatt W130

Regenerierung zur Erhaltung der Förderfähigkeit gemäß DVGW W130
Die Regenerierung ist eine Reaktivierungsmaßnahme welche durch Brunnenalterung entstandene Leistungsverluste bei der Wasserförderung soweit technische möglich beheben sollen.
Brunnenregenerierung gemäß DVGW Arbeitsblatt W130
Die Sicherstellung einer kontinuierlichen Produktion von Wasser ist die Grundvoraussetzung für einen wirtschaftlichen Betrieb.
Dazu ist eine kontinuierliche Überwachung der Wassergewinnungsanlage erforderlich mit einem vorrausschauenden Instandhaltungsmanagement.
Wasserfassungsanlagen wie Brunnen, Drainagen u. Quellen sind Investitionsgüter mit hohem Buch- u. Nutzwert.
Wasserfassungsanlagen sind im eigentlichen Sinne Fördermaschinen welche aus zwei Teilen bestehen:
1. dem Wasser fassenden Teil Brunnen mit dem Brunnenausbau mit Voll- und Filterrohr und der Kiesschüttung
2. dem Wasser fördernen Teil Brunnenpumpe
Wie jede andere Fördermaschine auch verschleißen auch Brunnen, die sogenannte Brunnenalterung, welche mit einem manchmal unbemerkten Leistungsrückgang einhergeht. Mit zunehmender Betriebsdauer nimmt die Leistung von Brunnen kontinuierlich ab. Ausgelöst wird dies durch die Untergrundbeschaffenheit im unmittelbaren Nahbereich der Fassung, der Beschaffenheit des Wassers, den technischen Ausbau des Brunnens und dessen Betriebsweise, sowie der daraus folgenden verschiedenen hydrologischen, meteorologischen, chemischen, biologischen und physikalischen Prozesse.
Die Gesamtheit dieser Vorgänge hat einen Leistungsabfall des Brunnens zur Folge, welcher durch das zunehmende Verschließen des Brunnenfilters und des durchflusswirksamen Porenraumes der Kiesschüttung und des unmittelbar angrenzenden Aquifers hervorgerufen wird.
Die Alterungsbereiche treten in den meisten Fällen zusammen oder aufeinanderfolgend auf und können eine gegenseitige Abhängigkeit aufweisen. Eine Überlagerung verschiedener Alterungen kann sowohl zeitlich als auch teufendiffernziert auftreten.
Ursachen für eine nachlassende Brunnenleistung sind im Wesentlichen:
• Verockerungen
• Versandungen
• Versinterungen
• Verschleimungen
• Korrosionen
Zumeist sind drei neuralgische Punkte des Bauwerkes besonders betroffen. Die Ausbauverrohrung mit den Filterschlitzen, die Porenräume in der Kiesschüttung sowie der angrenzende Grundwasserleiter selbst.
Durch die sich erhöhenden Strömungswiderstände kann es zu Absenkungen des Betriebswasserspiegels bei gleichen Fördermengen oder zu abnehmenden Fördermengen bei gleichbleibender Absenkung kommen.
Ursachen für die Alterung von Brunnen Verockerungen.
Im Allgemeinen wird damit die Ablagerung von sich schwerlösenden Eisen- und Manganverbindungen aus dem Wasser bezeichnet. Differenziert wird dabei zwischen chemischen und biologischen Reaktionen.
Bei der chemischen Verockerung oxidieren zweiwertige Eisen- und Manganionen durch den im Wasser vorhandenen Sauerstoff zu drei- und vierwertigen Eisen oder Manganverbindungen.
Bei biologischen Verockerungen führt zumeist die Lebenstätigkeit von Eisen- und Manganbakterien zu den leistungsmindernden Verockerungen. Da diese biologischen Prozesse nicht durch die Ausbaumaterialien beeinflussbar sind, handelt es sich bei dieser Form um die häufigste Art der Brunnenalterung.
Versandung
Die Versandung eines Brunnens resultiert aus einem einfachen physikalischen Vorgang, bei dem das anströmende Wasser den mit sich führenden Sand bis zum Brunnen und somit zu den Filtern trägt. Die Folgen sind zumeist eine Trübung/Sandführung des gewonnenen Wassers, eine Aufsandung im Brunnen oder die Verstopfung der Filterkiesstrecken/Kontaktzonen. Die Versandung als schleichender Prozess wird zumeist durch eine Kombination verschiedener Punkte begünstigt.
• Falsche Kornabstimmung in Bezug auf den Untergrund
• Zu dünne Filterkiesschüttung
• Brunnenausbau nicht sorgfältig
• Falsche (Ausbau-)Materialien
• Nicht ordnungsgemäße Entwicklung
bei einem neuen Brunnen
• Überlastung des Brunnens
• Fördermenge zu hoch bei anlaufender Pumpe Versinterung
Versinterung
Bei der Versinterung kommt es zu einer Ausfällung von Carbonaten. Die Calzium- oder Magnesium Carbonate lagern sich zumeist in der Filterkiesschüttung oder den Filterschlitzen ab. Diese Ausfällung ist zumeist ein Resultat der Störung des Kalk- Kohlensäure-Gleichgewichtes oder wird durch die Mischung verschiedener Grundwässer verursacht.
Verschleimung
Verschleimungen können zum einen aus den Aktivitäten im Brunnen resultieren, zum anderen aber auch bereits aus den Bohrarbeiten und/oder Regenerierungsarbeiten an sich. Das Resultat basiert jedes Mal auf einem Stoffwechselprozess vonBakterien mit starker Biomassebildung.
Korrosion
Korrosionsschäden treten zumeist an metallischen Brunnenausbaustoffen oder kunststoffbeschichteten Stählen auf. Bei Korrosionsschäden kommt es zu irreversiblen Schäden am eigentlichen Brunnen und somit zu einer Schwächung des gesamten Bauwerkes. Auch der Einfluss von Chlor Ionen kann eine Ursache sein.
Hierbei können sich die bereits dargestellte biologische Verockerung und der Korrosionsprozess gegenseitig verstärken und somit zu einer nochmals beschleunigten Brunnenalterung führen.
Durch kontinuierliches Brunnenmonitoring & rechtzeitige Instandhaltungsmaßnahmen mittels Brunnenregenerierung sind diese Leistungsverluste zu beheben.
Dabei können wir Sie effektiv unterstützen.
Für die unterschiedlichen Arten der Brunnenalterung setzen wir verschiedene, auf die Alterungsproblematik abgestimmte, hydromechanische und oder chemische Regenerierverfahren ein.
Brunnenregenerierung
Zur Reaktivierung der Förderfähigkeit von Wasserfassungsanlagen wie Brunnen, Drainagen und Quellfassungen führen wir Regeneriermaßnahmen mit verschiedenen Verfahren gemäß DVGW Arbeitsblatt W130 durch.
Grundsätzlich wird bei der Brunnenregenerierung zwischen mechanischen und chemischen Regenerierverfahren unterschieden, welche wir je nach Erfordernis auch in Kombination einsetzten. Nachfolgend sind die von uns, gemäß DVGW Arbeitsblatt W130 eingesetzten Reinigungs- & Regenerierverfahren aufgelistet:
+ Mechanische Reinigung
+ Hydromechanische Regenerierung
+ Chemische Regenerierung
Mechanische Reinigung
Bürsten
Das mechanische Verfahren „Bürsten“ dient zur Lösung von gering verfestigten Ablagerungen an der Brunneninnenwand und zum Teil in den Filterschlitzen.
Bürsten ist in allen Brunnentpyen und Ausbaumaterialen einsetzbar. Allerdings sollte es nur als eine schonende Vorreinigungsstufe angewendet werden, da die Filterschlitze dabei nicht oder nur unvollständig gereinigt werden. Der Einsatz von speziell geformten Bürsten kann auch zu einem Kolbeffekt bei der Ein- und Ausfahrt des Bürstenkörpers führen, welches Materialbrücken und Verstopfungen im Kiesfilter und den Filterschlitzen löst.
Das Ablösen der Ablagerungen erfolgt durch kontinuierliches Auf- und Abbewegung und/oder Rotieren von Rundbürsten. Borstenart und –material richten sich nach dem Brunnenausbaumaterial.
Die Fahrgeschwindigkeit sollte bei 1 m/min bis maximal 4 m / min liegen um keine zu großen Verdichtungseffekte oder sogar Umlagerungen der Kiesschüttung zu bewirken. Es muss langsam begonnen werden um ggf. vorhandene Kiesnester und Materialbrücken aufzubrechen. Nach der Bürstung muss der Brunnenboden ausgesaugt und der Brunnen klar gepumpt werden.
Wird nur gebürstet ist das Verfahren nur eine Reinigung.
Bei gleichzeitigem Pumpen während des Bürstens, werden die Kriterien des gleichzeitigen Lösens, Mobilisierens & Abförderns des DVGW Arbeitsblattes W130 erfüllt und das Verfahren kann als Regenerierung angesehen werden.
Kolben
Das mechanische Verfahren „Kolben“ dient bis zu einem gewissen Grad zur Lösung von gering verfestigten Ablagerungen an der Brunneninnenwand und zum Teil in den Filterschlitzen. Der Wirkeffekt ist in der Kiesschüttung größer.
Kolben ist in allen Brunnentpyen und Ausbaumaterialen einsetzbar. Allerdings sollte es nur als eine schonende Vorreinigungsstufe angewendet werden, da die Filterschlitze dabei nicht oder nur unvollständig gereinigt werden.
Kolben ohne gleichzeitiges Pumpen
Reines Kolben mit einem Scheibenpacker mit Ventil erzeugt bei der Auf und Niederfahrt Druckschwankungen welche für Saugeffekte im Brunnen sorgen und so mobilisierbares Material aus der Kiesschüttung herausarbeitet. Die gelösten Partikel sinken dann zum Brunnenboden. Die Fahrgeschwindigkeit sollte bei 1 m/min bis maximal 4 m / min liegen um keine zu großen Verdichtungseffekte oder sogar Umlagerungen der Kiesschüttung zu bewirken. Es muss langsam begonnen werden um ggf. vorhandene Kiesnester und Materialbrücken aufzubrechen. Nach der Kolbung muss der Brunnenboden ausgesaugt und der Brunnen klar gepumpt werden.
Kolben mit gleichzeitigem Abpumpen
Kolben und Intensiventnahme (partielles Entsanden) ist eine gute und schonende Regeneriermethode, aber nur bei weichen Ablagerungen. Allerdings ist der Reinigungseffekt an den Brunnenrohren und den Filterschlitzen sehr begrenzt. Die Wirktiefe reicht bis weit in die Kiesschüttung, oft sogar bis zur Bohrlochwand und ins Gebirge.
Brunnenboden Aussaugen
Zur Beseitigung der im Brunnensumpfrohr und am Brunnenboden sedimentierten Ablagerungen wird der Brunnenboden ausgesaugt bis zur möglichst vollständigen Entfernung aller Partikel und ggf. Fremdkörpern. Erst dann wird ein Blick auf den Brunnenboden gelingen um zu überprüfen, ob ein Brunnenboden vorhanden ist, oder noch vorhanden ist und ober der Brunnenboden noch hydraulisch dicht gegen Sandeintrag ist.
Dazu werden mittels Saugpumpen, Mammutpumpen, Düsenstrahlpumpen oder einer Kombination davon, alle Abgelagerten Substanzen entfernt.
Teilweise werden dabei auch verlandete Filterstreckenbereiche freigelegt, welche dann erst regeneriert werden können.
Hydromechanische Regenerierung
Niederdruckspülung
Die Niederdruckwasserspülung wird als schonendes Verfahren für empfindliche Ausbaumaterialien wie z.B. Steinzeug und OBO – Pressholzfilter zur effektiven Regenerierung von Brunnen eingesetzt.
Dieses Verfahren wird aber auch bei anderen Ausbaumaterialen zum Einsatz gebracht, denn diese Technologie leistet gute Arbeit bei der Freispülung der wirksamen Porenräume im Brunnenringraum. Die Entfernung der gelösten, leistungsmindernden Ablagerungen aus dem Filterraum und das Abfördern durch eine UW-Pumpe aus dem Brunnen wird z.B. nach dem Einsatz des Fluidpulsers eingesetzt.
Massive Wasserstrahlen, mit mittlerer kinetischer Energie, werden durch einen Spülkopf mit hoher Geschwindigkeit auf das Filterrohr gerichtet und im Filterkies umgelenkt. Dabei werden die Ablagerungen gelöst und abgefördert.
Hochdruckinnenspülung
Mit dem Hochdruckverfahren werden hydromechanisch weiche, geringe bis mittel verfestige Ablagerungen von der Brunnenrohrwand und den Filterschlitzen gelöst. Das Hochdruck System, bestehend aus Hochdruckpumpe und Rotationskopf, kann auf alle Ausbaumaterialien und Brunnenzustände durch Veränderung von Düsenköpfen, Düsenstocklängen, Einspritzdruck und -menge angepasst werden und kann so erfolgreich in allen Vertikal- und Horizontalfilterbrunnen eingesetzt werden. Es muss allerdings darauf geachtet werden, dass beschichtete Rohre oder Steinzeugrohre nicht an der Oberfläche beschädigt werden.
Das Hochdruck Regeneriersystem besteht aus einem rotierenden Düsenkopf. Aus den Düsen wird bei gleichzeitiger Ein- und Ausfahrt ein Wasserstrahl auf die Rohrinnenwand gerichtet. Der Wasserdruck, die Düsendgeometrie, die Strahlrichtung und der Vortrieb sind frei einstellbar. Das Hochdruckregime richtet sich vor allem nach dem Ausbaumaterial der Brunnen. Durch die angepasste Fahrgeschwindigkeit des Hochdruckgerätes kann eine lückenlose Reinigung des Brunnens gewährleistet werden.
Wir halten verschiedene Rotationsdüsentypen für die Hochdruckreinigung vor. Je nach Anforderung des zu reinigenden Brunnens werden einfache Rotationsdüsen, Düsenstockrotationsdüsen, Doppelrotationsdüsen, Doppeldüsenstockrotationsdüsen oder Vibrationsdüsen eingesetzt. Bei Wurzeleinwuchs werden auch schneidende Rotationsdüsen verwendet.
Zur effektiven Entfernung der gelösten Ablagerungen wird gleichzeitig eine UW-Pumpe eingesetzt, um die während der Reinigung abgelösten Ablagerungen kontinuierlich abzufördern. Gemäß DVGW Arbeitsblatt W 130 wird dabei der Feststoffgehalt kontrolliert. So sind der Reinigungsfortschritt zu erkennen und das Beendigungskriterium zu bestimmen.
Da die alleinige Hochruckreinigung nur eine begrenzte Eindringtiefe im Filterkies hat und bei Fehlanwendung zu unerwünschten Umlagerungen in der Kiesschüttung führen oder zu Beschädigung der Rohrwand führen kann, ist der kombinierte Einsatz von Zusatzgeräten sinnvoll. Mit unseren kombinierbaren Regenerierverfahren können die Hochdruckdüsen mit Bürstensystemen, Well Burst Generator Systemen und Entnahmekammern kombiniert werden, um eine optimale Eindringtiefe im Filterkies und in dem anstehenden Locker- oder Festgesteinsgebirge zu gewährleisten. So sind eine erfolgreiche Lösung der Ablagerungen am Brunnenausbaumaterial, am Filterkies oder den Glaskugeln und ggf. am anstehenden Locker- oder Festgesteinsgebirge sowie der optimale Austrag der gelösten Stoffe aus dem Brunnen zu erreichen, wodurch das Ziel der Reinigung des wirksamen Porenraums erreicht wird.
Hochdruckinnenspülung mit induziertem Druckwellenimpuls
Hochdruckinnenspülung mit induziertem Druckwellenimpuls mit Doppelrotationsdüsen Die Hochdruckinnenspülung mit einer Doppelrotationsdüse hat Einwirkungstiefen bis vieleicht 45 cm hinter die Filterohraußenwand bei Spüldrücken von 250 bar bis 500 bar! Dabei ist jedoch zu beachten, dass bei den verwendeten Drücken von 250 bis 500 bar, Umlagerungen der Kieschüttung sowie Zerreibungen der Kieskörner die Folge seien können! Der hohe Sandaustrag in diesem Fall ist dann eventuell zum Teil dem Abrieb der Kieskörner geschuldet, welches dann als Unterkorn durch die Filterschlitze gesaugt wird. Das gleichzeitig trennen, austragen und kontrollieren bei gleichzeitigem Abpumpen ist gewährleistet. Die Fördermenge kann, in Abhängigkeit des Durchmesser des Brunnen, ein Vielfaches der Spülwassermenge sein. Je größer der Faktor, desto besser die Wirkung.
Intensiventnahme mit statisch oder bewegtem Scheibenseiher mit und ohne induziertem Druckwellenimpuls
Bei den sog. Intensiventsandungsmaßnahmen nach dem DVGW W 117 heute W 119 kommt in der Regel ein Entsandungsseiher in Verbindung mit Luftförderung zum Einsatz.
Der Entsandungsseiher besteht aus einem gelochten Entnahmerohr mit zwei Packerscheiben aus Gummi oder Schaumstoff sowie einem Einblasstück über der oberen Manschette. Diese quasi verschleißfreie Pumpe ohne bewegte Teile wird mittels Druckluft betrieben. Tief liegende Wasserspiegel. bzw. große Absenkungen setzen ihm evtl. Grenzen. Dabei ist zu beachten das eine 2/3 Wassersäule über dem auszupumpenden Abschnitt ansteht. Bei geringeren Wasserspiegeln muß ggf. mit einer Düsenstrahlpumpe ergänzend unterstützt werden. Der Vorteil liegt in der Tatsache, daß nur Luft zur Förderung eingesetzt wird und kein sandhaltiges Wasser in die Filterstrecke gepumpt wird. Außerdem lässt sich der Seiher auch in engen Brunnen einsetzen. Der Erfolg beim Abpumpen kann durch das sogenannte „Schocken“ gesteigert werden. Hierunter versteht man das abwechselnde Ein- und Ausschalten der Fördereinrichtung welche Druckimpulse erzeugt. Nach dem Ausschalten strömt das in der Steigeleitung befindliche Wasser in den Brunnen zurück und zerstört die aufgebauten Kornbrücken. Beim erneuten Anschalten kommt es zu einem Anreißen des Wassers mit entsprechend besserer Entsandungswirkung. Die Intervalle beim Ein- und Ausschalten sollten so gewählt werden, daß der maximal mögliche abgesenkte Wasserspiegel (Beharrungszustand) beim Abpumpen annähernd erreicht wird. Die Fördereinrichtung sollte so lange ausgeschaltet bleiben, bis beim Zurückströmen der Ruhewasserspiegel fast erreicht ist. Druckwellenimpulse können auch durch einen Fluidpulser erzeugt werden welche an dem Seiher überhalb der Manschettenkammer befestigt wird. Der Entsandungsseiher kann statisch oder bewegt gefahren werden, wobei die bewegte Fahrweise ebenfalls für Druckschwankungen sorgt.
Intensiventnahme mit statisch oder bewegter Manschettenpumpe mit und ohne induziertem Druckwellenimpuls
Einsetzbar bei der Entwicklung von Neubaubrunnen und der Regenerierung von Brunnen im Bestand.
Die klassische Entwicklung eines Brunnens erfolgt durch Intensiventsandung.
Die Verwendung einer Unterwasserpumpe mit Packerscheiben, bei ggf. gleichzeitigem Eintrag von Druckstößen durch das Impulsverfahren oder durch Druckschwankungen durch bewegte Fahrweise und / oder intermittierendem Pumpen macht es möglich, eine leistungsgesteigerte Intensiventsandung mit extremen Feststoffaustragsraten durchführen zu können. Das gilt sowohl für Vertikal- wie auch für Horizontalfilterbrunnen.
Die Scheibenpumpe ist ein Werkzeug zur Intensiventnahme für den Einsatz in Filterrohren von vertikalen und horizontalen Brunnen. Aufgabe des Entnahmeseiher ist die Porenreinigung des Filterkorns im Ringraum zwischen Filterrohr, dem natürlichen Gebirge, sowie der angrenzenden Bohraureole.
Die Abmessungen des Entnahmeseiher werden dem zu bearbeitenden Brunnenausbau angepasst. Die Verbindung der spezifisch Förderrate und dem Anwendungsverfahren, gewährleistet, dass an allen zu reinigenden Orten in der äußeren Umgebung des Brunnenfilterrohres ausreichend hohe Transportgeschwindigkeiten (Schleppkräfte) des Grundwassers für eine optimale Porenreinigung erzeugt werden.
Der Entnahmeseiher ist für die abschnittsweise Förderung in einem Brunnenfilter geeignet. Er kann stationär oder bewegt eingesetzt werden.
Im DVGW Merkblatt W 130 „Brunnenregenerierung“ wird auf die entscheidende Bedeutung der gleichzeitigen Trennung des Verbundes zwischen Ablagerungen und Filterkorn und Austrag der abgelösten Partikel hingewiesen.
Somit ist es möglich, alle lös- und austragbaren Feststoffe wie Schluff- und Feinsandkorn sowie Ocker- und Manganpartikel, mit ausreichender Strömungsgeschwindigkeit, also Schleppkraft, durch die nutzbaren Porenkanäle durch den Brunnenfilter in den Brunnen zu transportieren und abzufördern. Der gleichzeitige kontinuierliche Impulseintrag durch bewegte Fahrweise oder intermittierender Impulseintrag durch Schockpumpen oder Pulsen sorgt für die permanente Lockerung des Korngefüges und bricht die sich ständig bildenden Materialbrücken (Verstopfungen) auf. Dies ermöglicht die andauernde Mobilisierung des anstehenden transportfähigen Materials.
Allerdings ist bei der Verwendung von Druckstoßwellen zu beachten, dass die Filterschüttung verdichtet werden kann. Vor allem bei Brunnen mit nicht ausreichend konsolidierter Filterschüttung kann es zu Setzungen kommen. Hier ist eine geophysikalische Voruntersuchung des Kiesfilters und der Tonsperre erforderlich.
Die kontinuierliche Lösung und Mobilisierung des Unterkorns bei gleichzeitigem, intensivem Abfördern, erfüllt die Anforderung an Brunnenregenerierungen gemäß DVGW W130 „parallele Aufhebung des Verbundes bei gleichzeitiger Entfernung der gelösten Ablagerungen“ und ist somit Garant für eine qualitativ hochwertige Entsandung und Entwicklung des Brunnenbauwerkes. Nur so lässt sich die volle Leistungsfähigkeit herstellen.
Die Erfolgskontrolle erfolgt durch kontinuierlich Austragskontrolle aus dem Voll- oder Teilstrom und durch die Ermittlung der spezifischen Ergiebigkeit. Die Brunnenentwicklung ist dann abgeschlossen, wenn im Anschluss an eine der beschriebenen Methoden keine Änderung der spezifischen Ergiebigkeit mehr erfolgt und die für den späteren Betrieb geforderte Sandfreiheit ( < 1 g Sand pro m3 Wasser) gewährleistet ist.
Als Filterkornmaterial können Kies, Sand oder Glaskugeln im Brunnen eingebaut sein. Die für jeden Filtertyp und Durchmesser angepassten und speziell konfektionierten Dichtungselemente der Doppelkolbenkammer, garantieren die Vermeidung von Strömungsverlusten zwischen Kammerkolben und Filterrohr.
Die Scheibenpumpe kann in Filterrohren mit Durchmesser 100 mm bis 1500 mm aller handelsüblichen Bauarten mit Filterkorn im Ringraum mit einfacher und zweifacher Ringraumschüttung verwendet werden. Auch in Einschubverrohrungen bis zum Brunnenkopf oder verlorene Filterrohreinschübe (Inliner) wie z.B. eingestelltem Stahl-Wickeldrahtfilter mit zusätzlichem Stützkornmaterial im Ringraum zwischen den eingeschobenen Filterrohren und dem Brunnenrohr können erfolgreich mit dem Verfahren Hochleistungsentsandung bearbeitet werden.
Chemische Regenerierung
Mit unserer Umspülkammer wird ein Regeneriermittel in die Filterstrecke eingebracht. Die Dosierung des Regeneriermittels wird den Ablagerungen und hydrogeologischen Verhältnissen entsprechend angepasst und in Lösungsversuchen ermittelt.
Durch den Kieswäscher wird das Regeneriermittel zirkulierend über ein Mehrkammersystem im Filterkies bewegt. Der Regenerierungsprozess wird bei unserem Verfahren über Tage kontinuierlich überwacht und gesteuert. Hierbei werden alle relevanten Prozessdaten protokolliert und die Regenerierung mittels Nachdosieren von Regeneriermittel oder Zwischenabpumpen geregelt. Die Anforderungen des DVGW-Arbeitsblattes W 130 werden in allen Punkten erfüllt.
Dokumentation einer Brunnenregenerierung
Ein Bericht über eine Brunnenregenerierung sollte alle Maßnahmen dokumentieren, welche zur Wiederherstellung der technisch möglichen Förderleistung eines Brunnens eingesetzt wurden. Dabei sollte die regelkonforme Vorgehensweise gemäß DVGW Arbeitsblatt W130 dargelegt werden. Dieser Bericht sollte ausführlich und vollständig sein und dem Auftraggeber, allgemein verständlich, die durchgeführten Maßnahmen beschreiben. Dadurch wird der Bericht gerichtsfest und kann, z.B. bei Streitigkeiten, für Richter, Gutachter, Sachverständige, Anwälte, Behördenvertrete und Laien eine wertvolle Informationsquelle sein.
Je besser dokumentiert wird, dass vertragsgemäß, regelkonform und fehlerfrei gearbeitet wurde, desto schwerer wird die Anfechtbarkeit der abgelieferten Leistung sein. Getreu dem Motto: wer schreibt der bleibt oder wird bezahlt!
Die Abnahme der Förderleistung eines Brunnens wird durch chemische, biologische und physikalische Brunnenalterung, also dem Verschleiß des Brunnens verursacht. Diese Ursachen können durch Ablagerungen wie Verockerung, Versandung, Kolmation, Versinterung, Verschleimung oder Korrosion verursacht werden.
Zur Beseitigung der leistungsmindernden Ursachen können hydromechanische und oder chemische Regenerierverfahren eingesetzt werden, welche im DVGW Arbeitsblatt W130 beschrieben werden.
Der Bericht sollte folgendes enthalten:
- Titelblatt
- Inhaltsverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- Zugrundeliegende Normen und Vorschriften und technischen Daten
- Auftragsbeschreibung
- Zur Verfügung gestellte Unterlagen und technischen Daten
- Ausführungsbeschreibung der durchgeführten Maßnahmen
- Aufführung der erzielten Arbeitsergebnisse
- Bewertung der durchgeführten Maßnahmen
- Die ermittelten technischen Daten des Brunnens nach der Bearbeitung
- Empfehlungen
- Fotodokumentation
Anlagen:
- TV-Befahrungsprotokolle vor und nach der Regenerierung
- Pumpversuchsprotokolle vor und nach der Regenerierung
- Austragsprotokolle der hydromechanischen und chemischen Regenerierung
- Aus- und Einbauprotokoll der Steigleitung
- Geophysik
- Grundwasseranalyse
- Belagsanalyse
Zu Punkt 1. Titelblatt
Das Titelblatt sollte die Grundinformationen des Projektes beinhalten wie z.B. Projektnummer, Auftraggeber, Auftragnehmer, Auftragsobjekt, Ausführungsdatum,
Zu Punkt 2. Inhaltsverzeichnis
Das Inhaltsverzeichnis soll alle Kapitel darstellen und mit Seitenzahl versehen.
Zu Punkt 3. Abbildungsverzeichnis
Im Abbildungsverzeichnis sollten alle Zeichnungen, Grafiken, Tabellen und Fototos in nummerierter Reihenfolge aufgelistet werden.
Zu Punkt 4. Zugrundeliegende Normen und Vorschriften und Unterlagen
Auflistung aller zugrundeliegende Normen und Vorschriften und der zur Verfügung stehenden Unterlagen sowie technischen Daten.
Zu Punkt 5. Auftragsbeschreibung:
Hier sollte eine kurze Beschreibung des Betreibers sowie der zu bearbeitenden Wasserfassungsanlage erfolgen.
Dazu sollte der Grund für die durchgeführten Regeneriermaßnahmen sowie die Angebotsanfrage und die erfolgte Beauftragung mit einer Beschreibung der durchzuführenden Maßnahmen angegeben werden.
Zu Punkt 6. Zur Verfügung gestellte Unterlagen und technischen Daten:
Alle vom Auftraggeber zur Verfügung gestellten Unterlagen sollten aufgeführt werden.
Ebenso die bekannten technischen Daten des Brunnens, diese können erheblich von den tatsächlichen Daten abweichen. Dieser Umstand kann zu Bauverzögerungen und Verfahrensänderungen führen und dadurch Kostensteigerungen hervorrufen. Eine gute Dokumentation diese Umstände ermöglicht ein gelungenes Nachtragsmanagement und vermeidet Vertragsstreitigkeiten.
Zu Punkt 7. Ausführungsbeschreibung der durchgeführten Maßnahmen
Eine ausführliche Beschreibung der Regeneriermaßnahmen welche alle auf der Baustelle durchgeführten Tätigkeiten in chronologischer Reihenfolge beinhaltet und mit den Bautagesberichten übereinstimmt. Dabei sollen alle Vorkommnisse, Bauabsprachen mit dem Auftraggeber oder Ingenieurbüro, Erkenntnisse einer Zustandserfassung (z. B. Kamerabefahrung) vor und nach der Maßnahme, die Beschreibung der angewandten Regenerierverfahren (z. B. mechanisch, chemisch) nach DVGW-Arbeitsblatt W 130, sowie die dabei erzielten Ergebnisse und einen Nachweis des Erfolgs (z. B. durch Pumpversuche und Volumenmessung des Auswurfs) enthalten sein.
Inhalt Ausführungsbeschreibung
Ein typischer Bericht zur Brunnenregenerierung umfasst folgende Punkte:
- Feststellung bei Demontage des Brunnenkopfes, Steigleitung und Pumpe.
Feststellung von Beschädigungen, Korrosion, Verschleiß, Ablagerungen - Vorher-Zustand: Detaillierte Beschreibung des Zustands des Brunnens vor der Regenerierung, oft durch Kamerabefahrungen und geophysikalische Messungen erfasst.
- Diagnose: Analyse der Ursachen für den Leistungsverlust, z. B. chemische, mechanische oder biologische Ablagerungen.
- Regenerierungsmaßnahme: Beschreibung der angewandten Verfahren, wie zum Beispiel:
Mechanische Methoden:
Bürsten, Auspumpen, Hochdruckspülung, Ultraschallverfahren.
Chemische Methoden:
Einsatz von chemischen Mitteln zur Auflösung von Ablagerungen.
Kombinationsverfahren:
Verbindung verschiedener Techniken, um Ablagerungen zu lösen und auszuspülen. - Nachher-Zustand: Messungen und Vergleiche zur Bewertung der erreichten Leistungssteigerung, zum Beispiel durch Pumpversuche mit Volumenmessung des abgepumpten Wassers und des Feststoffgehalts.
Zu Punkt 8. Aufführung der erzielten Arbeitsergebnisse
Aufführung der Austragsdaten der durchgeführten Regenerierverfahren mit Massenbilanzen.
Nachher-Zustand: Messungen und Vergleiche zur Bewertung der erreichten Leistungssteigerung, zum Beispiel durch Pumpversuche mit Volumenmessung des abgepumpten Wassers und des Feststoffgehalts
Zu Punkt 9. Bewertung der durchgeführten Maßnahmen
Darstellung der ermittelten Ergiebigkeit des Brunnens vor und nach der Regenerierung.
Zu Punkt 10. Die ermittelten technischen Daten des Brunnens nach der Bearbeitung
Darstellung aller ermittelten technischen Daten des Brunnens, diese können erheblich von den ursprünglich bekannten
Für zukünftige Bearbeitung kann dann auf tatsächlich Ausbaudaten zugegriffen werden. Dieser Umstand vermeidet Bauverzögerungen und Verfahrensänderungen und dadurch Kostensteigerungen.
Zu Punkt 11. Empfehlungen
Für die Zukünftige Betriebsweise des Brunnens sollten dem Anlagenbetreiber Handlungsweisen für eine ordnungsgemäße Betriebsführung des Brunnens und eine vorrausschauendes Instandhaltungsmanagement mit einem kontinuierlichen Brunnenmonitoring empfohlen werden.
Zu Punkt 12. Fotodokumentation
Eine ausführliche Fotodokumentation der durchgeführten Maßnahmen am der Wasserfassungsanlage hilft dem Leser des Berichtes die beschriebenen Zustände am Brunnen besser einzuschätzen. Je ausführlicher die einzelnen Arbeitsschritte, die eingesetzten Geräte, die Austragsproben bei der Regenerierung, die angetroffenen Zustände an der bearbeiteten Infrastruktur bebildert sind, desto besser ist der Bericht zu verstehen.
